Am Wochenende hatte ich mit meinen Littleyogi PRO Absolventinnen das alljährliche große Netzwerktreffen.

Danke auch hier an dieser Stelle für das zahlreiche Erscheinen, Einbringen, Austauschen und Ideen sammeln.

Es freut mich riesig und macht mich sehr stolz dieses Netzwerk aus wunderbaren Menschen um mich zu wissen und ich sehe gerne dabei zu, wie sich bei euch durch Kinderyoga immer neue Wege auftun. Kinderyoga ist für euch wie für mich mehr als nur ein Job, es ist eine Lebens- und Lernaufgabe, die uns immer wieder mit neuen Dingen konfrontiert, uns auf alte Muster aufmerksam macht und daran wachsen lässt.

In jeder Ausbildung gebe ich am Ende das selbe Bild mit auf den Weg:

Das Kinderyoga-Zertifikat ist zu verstehen wie der Führerschein.

Könnt ihr euch noch an diese Zeit erinnern? Ihr habt für die Fahrprüfung gelernt – theoretisch und praktisch – hattet eine Testfahrt und nun habt ihr den Schein in der Hand. Wie sicher habt ihr euch danach auf der Straße gefühlt, obwohl man euch das Fahren zugetraut hat? Federn-Wettrennen
Wahrscheinlich kam die Sicherheit erst mit dem Fahren, mit der ErFAHRung und der Praxis. Und vielleicht sogar mit den ersten Schwierigkeiten: der erste Schnee, die erste Panne, die erste Schramme. Ich für mich kann nur sagen, dass ich in diesen Situationen im Nachhinein – durch Reflektieren – am meisten gelernt habe.
So ergeht es euch auch als Kinderyoga-LehrerIn. Erst durch die Begegnung mit „echten Kindern“, die dich spiegeln und dir unmittelbar Feedback geben, wirst du von der Theoretikerin zur Meisterin.

Auch bei unserem Treffen ging es zeitweise um das Thema, das mich am Anfang meiner Kinderyoga-Karriere am meisten beschäftigt hat: Die Kinder machen was sie wollen. Ich habe so eine schöne Stunde geplant und ein Kind „stört“ den Ablauf. Mit diesen Situationen wird jeder, der mit Kinder in irgendeiner Weise zu tun hat, früher oder später konfrontiert und DAS IST GUT SO. Denn das ist eine der wichtigsten Aufgaben von Kindern: Sie zeigen uns festgefahrene Muster, die uns und ihnen nicht gut tun auf. Somit haben wir die Möglichkeit mit Empathie und Achtsamkeit neue Wege und Denkweisen zu entwickeln.


Aber lasst uns am Anfang beginnen – Was hilft denn nun in solch einer Situation?

  1. Nimm eine neue Haltung ein – Die Stunde gehört den Kindern, nicht dir (hier in Teil 1)
    sdfsdf
  2. Kinder sind unsere Spiegel (in Teil 2)
    • Praktiziere selbst regelmäßig
    • Bewusstes Atmen hilft immer
    • Lade deine Batterien immer wieder auf
      sdfsdf
  3. Achte deine Grenzen und die Grenzen der Kinder (in Teil 3)
    • Zentrierungsübungen vor der Stunde helfen
    • Vermittle den Kindern die Wichtigkeit der eigenen Grenzen
      sdfsdf
  4. Uneingeschränkte Annahme – Kein Kind stört! (in Teil 4)
    • Was ist der Entwicklungsstand der Kinder?
    • Was will mir dieses Kind sagen?
      sdfsdf
  5. Aufbau der Stunde (in Teil 5)
    • Schnelle Wechsel der Übungen
    • Wichtig sind die Übergänge zwischen den Spielen/Übungen
    • Abwechseln LAUT und LEISE, KRAFTVOLL und ENTSPANNT
      sdfsdf
  6. Reflektiere – Nimm dir deinen Anteil heraus aber lass los. Denn nicht für alles in der Stunde bist du verantwortlich. (in Teil 6)
    • Weitere Tipps für einen reibungslosen Ablauf
    • Loslassen, wenn es dieses Mail deiner Meinung nach gar nicht geklappt hat.

 

Die „Problemstellung“: Was soll ich tun? Wie kann ich in solchen Situationen yogisch Handeln? Ein Kind will in der Yogastunde auf das gesetzte Angebot nicht eingehen und stört mit seinem Verhalten den Fluss der Stunde. Er/Sie reißt andere Kinder mit und es entsteht eine Dynamik, die schwer aufzuhalten ist. Bsp: Alle Kinder gehen gleichzeitig aufs Klo, laufen durch den Raum und sind nicht mehr dazu zu bringen auf der Matte zu sitzen, beginnen zu schubsen und zu raufen…

Die Yogastunde gehört den Kindern:

Danke für diesen tollen Blickwinkel, Veronika!
Eine Yogastunde sollte anders ablaufen als eine klassische Unterrichtsstunde in der Schule – sprich: Frontalunterricht. Wir YogalehrerInnen haben ein Konzept, eine Idee von der Stunde und wir wissen über die Wichtigkeit der Übergange bescheid (dazu mehr in Teil 5). Doch sind wir „nur“ ein Teil der Yogastunde, die auch aus mehreren Yogakindern und deren Bedürfnissen besteht. Ihre Ideen und Stimmungslagen müssen unbedingt in der Yogastunde gesehen werden. Hier steht bewusst das Wort „gesehen“ und nicht „erfüllt“. Denn oft können ganz viele verschiedene Bedürfnisse, die sich auch bei den verschiedenen Kindern widersprechen können, gar nicht alle erfüllt werden. Den Kindern hilft es aber schon, wenn wir wissen, wie es ihnen geht und wenn wir es so wie es ist anerkennen.
Bsp: „Heute ist es schon spät und ihr wart den ganzen Tag in der Schule und musstet still sein. Ich kann verstehen, dass ihr euch jetzt auspowern müsst und mir nicht mehr folgen könnt. Kommt: wir machen alle gemeinsam den HOLZFÄLLER!“
Es gab Tage, da musste ich meine ganze „schöne Unterrichtsvorbereitung“ über Bord werfen, weil die Kinder etwas anderes brauchten, als ich für sie vorbereitet hatte. Und sowieso ist noch nie eine Yogastunde genau so abgelaufen, wie sie auf meiner Planung stand. Und das ist auch gut so. Denn erst durch die lustigen Ideen und Persönlichkeiten der Kinder wird die Yogastunde bunt und spannend.
Ich sehe die Yogastunde immer als kleinen Urlaub für die Kinder. Der Yogaraum soll für die Kinder ein Ort sein, wo sie sich nicht verstellen müssen. Sie müssen hier nicht funktionieren, nichts leisten. Natürlich – und das ist dabei die Gratwanderung und der Lernprozesse – achte ich dabei auf (meine) Grenzen. Aber dazu kommen wir ja noch in Teil 3.

Fazit: Bleibt flexibel und werft bei Bedarf euer Konzept über Bord. Lasst euch auf die Energie der Kinder ein und arbeitet damit, doch gebt eure Führung nicht ganz aus der Hand. Kinder haben die Möglichkeit sich einzubringen, sollen aber das Gefühl haben, dass du weißt was zu tun ist. Das gibt ihnen Sicherheit und klare Strukturen, an denen sie sich orientieren können. Jede Idee ist wertvoll und sollte gehört werden, denn – unter uns… –  meine lustigsten Kinderyoga-Spiele waren Ideen der Kinder 😉

Darüber zu schreiben und immer wieder darüber zu sprechen ist ganz wichtig, damit du und die Kinder gerne wieder in die Yogastunde kommen wollt. In meinen Ausbildungen lassen wir uns auf dieses Thema sehr lange ein, denn es ist das Kernthema der Kinderyoga-Pädagogik. Ich weiß, dass man am Anfang das Gefühl hat, alle anderen haben alles im Griff, nur man selbst kommt mit den Kindern nicht auf einen grünen Zweig.

In den Kinderyoga-Büchern steht kein Wort über dieses Thema, doch ist es aus meiner Erfahrung grundlegend zu wissen wie Gruppen von Kindern empathisch geführt werden, um allen Beteiligten ein gutes Gefühl zu vermitteln.

In den nächsten Wochen werde ich Schritt für Schritt alle weiteren Punkte genau beantworten. Bleib also dran! Am Besten du trägst dich in meinen Newsletter ein, dann versäumst du keinen Teil der Serie. Ich freu mich auch auf regen Austausch und deine Erfahrung im Kommentar-Bereich oder auf Facebook.