Meine Geschichte mit dem Essen

Mit diesem Teil der Blog-Serie möchte ich dich weiter für gesunde Verhaltensweisen sensibilisieren. Mir ist es wichtig, dass du davor meinen Zugang zum Thema Ernährung weißt, denn ich will hier nicht missionieren, noch bin ich einen Expertin in diesem Bereich. Trotzdem finde ich es wichtig – Expertin hin oder her – dass sich jeder Mensch mit dem Thema Nahrung auseinandersetzt, denn essen müssen wir (noch) alle. Mir ist bewusst, dass kaum jemand vorbehaltlos in einen Ernährungs-Dialog hineingeht, so viele sich widersprechende Trends und Studien gibt es dazu. Dieser Artikel handelt also von meinen Erfahrungen und meiner Recherche zum Thema. Es ist bestimmt nicht die letzte Weisheit und doch für mich ein wichtiger Beitrag für mehr Gespür für den eigenen Körper.

Ich lebe seit über 10 Jahren vegetarisch. Diese Entscheidung kam für mich ganz automatisch nachdem ich mich schon längere Zeit mit Gesundheit, Umweltschutz und Spiritualität beschäftigt habe. Es geschah fast über Nacht und meine Umwelt bekam den Umstieg erst Monate später mit, da ich es nicht an die große Glocke hing. Es fühlte sich gut an, mein Gewissen war erleichtert und lange Zeit rümpfte ich geistig die Nase, wenn mein Partner „noch nicht weit genug war und immer noch Fleisch“ aß. Ich ernährte mich ausgewogen und gesund und es machte mir Spaß bunte und lebensfrohe Gerichte zu zaubern.

Mit meinem Schritt in die Selbstständigkeit kamen anfangs jedoch mehr und mehr Existenzängste und vollgepackte Arbeitstage hinzu. Ich musste jeden Auftrag annehmen, der mir unterkam, arbeitete viel und aß ungesund. Meist schnappte ich mir etwas vom Bäcker am Weg und aß es in der Straßenbahn. Ich fühlte mich danach immer furchtbar und wurde zunehmend unentspannter, was dazu führte, dass ich mich noch schlechter ernährte.

Meinen Ausweg sah ich damals in der vegan und zuckerfreien Ernährung. Somit gab es am Morgen grünen Smoothie, der mich glücklich und gesund machen sollte. Doch anstatt glücklich zu machen, machte er mich noch hungriger, kalt und unbefriedigt. Ich fühlte mich wie eine Versagerin, weil ich immer noch Zucker brauchte und dieser Smoothie-Gatsch bei mir keine grünen Freudensprünge auslöste.

Mit der Geburt meiner Kinder stand das Essen für mich mal ganz weit hinten auf der Prioritäten-Liste. Ich machte mir viele Gedanken darüber, was meine Kinder zu essen bekamen und selbst aß ich das, was übrig blieb. Ich nahm mir keine Zeit für mich und genau so fühlte ich mich auch. Ungeliebt, vernachlässigt, einsam. Wenn diese Gefühle abends überhand nahmen, griff ich zur Belohnungs-Schokolade und fühlte mich am Morgen noch schlechter. Nachdem meine Verdauungsbeschwerden und meine Stimmung nach vielen Ernährungs-Selbstversuchen (vegan, glutenfrei, zuckerfrei, spaßfrei) immer schlimmer wurden, kontaktierte ich meine Ayurveda-Ärztin. Diese gab mir ganz einfach, aber wirkungsvolle Tipps mit auf den Weg, an die ich mich bis dato ganz entspannt halten kann:

  • nimm es locker – gönn dir was! Iss Kuchen und genieße ihn.
  • nimm dir Zeit beim Essen – kaue genug und sei dabei achtsam
  • sei es dir Wert, für dich etwas Schönes zu kochen.
  • Würze dein Essen ausreichend und verwende wertvolle Öle.
  • Spüre in den Körper. Auf welche Speisen hast du Lust? Welche Lebensmittel tun dir gut bzw. nicht gut?
  • Lass keine Mahlzeit aus.
  • Starte den Tag mit einem warmen Frühstück.

Und genau so mache ich es nun auch. Ich esse nun wieder (fast) alles und lasse mein Bauchgefühl entscheiden, was mir gut tut. Wenn ich über die Stränge schlage, zeigt mir das meine Körper sofort an und ich lerne für die Zukunft. Meine Verdauung hat sich beruhigt, meine Nerven sind entspannt, mein Körper fühlt sich gesund und kräftig an. Und das alles dadurch, dass ich den Druck aus der Nahrungs-Aufnahme genommen habe und wieder mehr Freude und Gespür hinzugefügt habe.

Und wie ist das mit den Kindern?

Ganz bewusst hab ich das Essverhalten bei Kindern in diesem Artikel ausgelassen. Das hat mehrere Gründe:

  • Du bist das Vorbild. Ernährst du dich bewusst und ausgeglichen, werden sie sich ein Beispiel nehmen. (Hab Geduld. Ich warte bei meinem Großen schon 3 Jahre darauf. Es wird aber langsam besser.)
  • Verunsicherte Eltern sind leichte Opfer für neue Kinder-Ernährungs-Trends und angebliche Zaubermittel. Meine Erfahrung hat mir gezeigt, je entspannter und natürlicher ich mich dem Thema Nahrung und Nahrungsaufnahme zuwende, desto entspannter werden dabei auch die Kinder
  • Jedes Kind ist unterschiedlich und sie spüren ganz genau, was sie brauchen. Solange Nahrungsmittel in ausgewogener Form angeboten werden, fehlt ihnen nichts. Vertraut ihrem Bauchgefühl und zwingt sie zu nichts.
  • Das gemeinsame Essen soll ein Ort der Ruhe, Verbindung und Liebe sein. Zwang und (Ernährungs-)Predigten haben an dieser Stelle nichts verloren.
Somit: „Piep, piep, piep. Wir haben uns alle lieb. Jeder ist soviel er kann, nur nicht seinen Nebenmann. Und wir nehmen es ganz genau: auch nicht seine Nebenfrau.“

Hier ein paar Fakten aus der Welt der Wissenschaft:

Fühlen wir uns unter Druck produziert der Körper verschieden Hormone um mit dieser Situation besser fertig zu werden. Das Stresshormon Cortisol wird bei langanhaltender Stressbelastung ausgeschüttet. Es ist eigentlich dafür da in stressiger Zeit genügend Energie zur Verfügung zu stellen um der herausfordernden Zeit besser begegnen zu können.

Cortisol hemmt unter anderem auch die Entzündungsbildung, macht schmerzunempfindlicher und verschlechtert die Immunabwehr.

Bei Cortisolüberschuss kommt es unter anderem zu Stoffwechsel-Störungen. Das bedeutet, dass die Fettverbrennung eingeschränkt wird und zusätzlich das Verlangen nach einfachen Kohlenhydraten (Zucker!!!) steigt. Diese Heißhunger-Attacken auf Süßes kennst du sicher auch aus deinem Alltag.

Somit steigert Stress das Hungergefühl, bzw. lässt uns zu höher kalorischen Nahrungsmitteln greifen und reduziert auf der anderen Seite die Fettverbrennung. Übergewicht vorprogrammiert. Die Ursachen für den Stress können dabei vielseitig sein. Eine kürzlich veröffentlichte Studie hat außerdem einen Zusammenhang zwischen dem Konsum von schlechten Nachrichten und ungesundem Essverhalten festgestellt. Somit greifen Menschen in schlechten Zeiten zu Kalorien-Bomben. (Quelle: https://www.marathonfitness.de/heisshunger-stoppen-informations-diaet/ und http://journals.sagepub.com/doi/pdf/10.1177/0956797612450033)

Auch das Hormon Serotonin spielt bei Stress- und Glücksempfinden eine große Rolle. Es ist zuständig für viele Prozesse im Körper unter anderem für unsere Stimmungslage. Bei einem hohen Serotoninspiegel fühlen wir uns entspannt, motiviert, glücklich. Wir können besser schlafen und empfinden weniger Schmerzen. Bei Serotoninmangel fühlen wir uns depressiv, aggressiv oder ängstlich. Außerdem steigert der Serotoninmangel unseren Appetit. Vor allem süße, salzige und/oder fettige Nahrung wird dann bevorzugt. Serotonin wird im Gehirn gebildet. Durch Sport, Entspannung und der richtigen Ernährung erhöht sich der Serotoninspiegel dauerhaft.

Was sagen die Yogis zum Thema Essen?

Das Ziel des Yoga ist es einen klaren Geist und einen gesunden Körper zu haben. Dies wird durch die Zufuhr von gesunder, frischer Nahrung erreicht. Du solltest deinen Körper nicht mit zu viel oder zu wenig Nahrung belasten. Zucker, scharfe Gewürze, Kaffee, Fisch und Fleisch beispielsweise erschweren deine Meditations-Praxis, da sie den Geist träge oder hektisch machen.

Die Handlungen, die du mit dem Nahrungsmittel-Konsum für deine Umwelt setzt, sind dem Yogi auch wichtig. Somit soll möglichst gewaltfrei, rein und verantwortungsvoll gespeist und gekauft werden.

Hier ist dazu ein toller Blog-Beitrag: https://www.yogaeasy.de/artikel/yogische-ernaehrung-frei-nach-patanajali

negative Verhaltensweisen erkennen und loslassen

Mit all den Aufgaben und Reizen des Alltages ist es nicht immer leicht zu erkennen, was uns gut tut und was uns schadet. Falsche Überzeugungen, ungesunde Muster oder Unwissenheit lassen uns an Verhaltensweisen festhalten, die uns nicht (mehr) dienen. Jeder von uns hat allerdings einen inneren Kompass, der uns sagt, wann es für uns zu viel wird. Der Körper kommuniziert mit uns nur ganz leise, aber sehr klar. Es ist diese Intuition, die wir vor Projekten haben. Das Bauchgefühl, das uns warnt. Die Müdigkeit und Unlust, die uns überkommt. Die angespannten Schultern oder das verbissene Kiefer bei sorgenvollen Gedanken. Nimm diese Impulse wahr und respektiere sie. Oft geschieht es im Alltag, dass wir gegen diese Gefühle ankämpfen und sie nicht wahr haben wollen. Dann handeln wir dann „vernünftig“ und gegen unseren Instinkt. Wir gehen über unsere Grenzen, nehmen Projekte an, die nicht zu uns passen. Müssen uns verbiegen, oder übernehmen. Und immer schwingt da dieses Gefühl mit, es von Anfang an gewusst zu haben, aber nicht darauf geachtet zu haben.

Yoga, Achtsamkeit, Meditation, gesunde Ernährung und Minimalismus haben mir geholfen wieder auf meinen inneren Kompass zu hören. Er ist immer da und doch braucht es aufmerksames Lauschen und Mut die Schritte in richtig Frieden zu gehen.

Tipps für eine stressfreie Woche

Nervennahrung für stressige Zeiten:

  • Hochwertige Kohlenhydrate (Vollkornprodukte, Kartoffeln, Gemüse, Getreide) enthalten unter anderem Magnesium und erhöhen den Serotoninspiegel.
  • Nüsse, Hülsenfrüchte, Spinat und Beeren enthalten das Anti-Stress-Mineral Magnesium.
  • Avocados enthalten von Vitamin B1, das die Nerven stärkt.
  • Bananen, Ananas, Kiwis, rote Paprika und dunkle Schokolade enthalten das Protein Tryptophan, das das Gehirn in Serotonin umwandelt.
  • Ingwer enthält reichlich Vitamin C und Mineralstoffe wie Magnesium, Eisen und Calcium.

Nicht nur WAS sondern auch das WIE ist wichtig:

„Ich muss nur noch schnell was essen.“ Kennst du diesen Satz? An der Art wie wichtig du deine Nahrungsaufnahme nimmst, erkennst du gut, wie wichtig du dich selbst nimmst. Das Essen wird oft zwischendurch schnell heruntergeschlungen und während man noch den letzten Bissen käut, wird schon die nächste Tätigkeit begonnen. Das führt dazu, dass unser Bewusstsein nicht ganz bei der Sache ist und wir meist mehr essen, als wir überhaupt brauchen. Wenn du darauf Lust hast, mach mit mir bei deiner nächsten Mahlzeit ein Experiment:

  1. Nimm wahr, wie die Situation gerade ist. Wie sitzt du? Wie isst du? Was denkst du?
  2. Wenn du etwas wahrnimmst, dass dir so nicht gefällt frag dich zuerst diesen Satz: „Bin ich bereit dieses Muster jetzt zu ändern?“
  3. Und dann nimm ganz liebevoll Veränderungen vor:
    • setz dich bequemer hin.
    • atme tiefer.
    • kaue mehr.
    • genieße mehr.
    • werde still.
    • nimm das Tempo raus.
    • spüre in deinen Körper.
  4. Sei dabei ganz gutmütig mit dir. Die alten Muster werden sich immer wieder einschleichen.
  5. Kehre immer wieder zur Achtsamkeit zurück.

MAHLZEIT!


Yoga zum Verdauen und Entgiften:

Diese beiden einfachen Yoga-Positionen helfen bei Stress, Verdauungsbeschwerden oder Müdigkeit. Sie gleichen die Energien im Körper sanft aus und bringen mehr Klarheit für den Geist. Du kannst die Übungen zu der Zeit in den Alltag einbauen solange sie dir gut tun.

Setz dich auf deine Fersen und lehne dich ganz sanft nach vorne. Wenn es dir gelingt, bringe dabei deine Stirn auf den Boden und lasse dein Gesäß auf deinen Fersen ruhen. Es ist allerdings auch vollkommen in Ordnung, wenn sich dein Gesäß hebt – solange es dir gut geht. Lege deine Arme entweder neben deinen Beinen ab, oder strecke sie entspannt nach vorne über deinen Kopf. Atme und genieße diese kuschelige Position solange du möchtest. Achte darauf, dass du genügend Luft bekommst. Solltest du derzeit verschnupft sein, lege dich lieger flach auf den Bauch. Wenn du mit der Übung abgeschlossen hast, komme ganz langsam mit rundem Rücken wieder hoch zum Sitzen.

Die Übung …

  • entspannt und dehnt die Rückenmuskulatur.
  • aktiviert des Blutkreislaufes.
  • massiert der Bauchorgane.
  • hilft gegen Verdauungsbeschwerden und Magenverstimmungen.
  • harmonisiert die Energien.
  • entwickelt Urvertrauen.
  • erhöht die Fähigkeit loszulassen.
  • zieht alle Sinne nach innen –Aufmerksamkeit nach innen.
  • verleiht Gefühl von Vertrauen und Geborgenheit.
  • beruhigt des Geistes.
  • hilft bei Hyperaktivität.

 

Setzt euch dafür Rücken an Rücken hin. Spürt, wie sich eure Rücken berühren. Gemeinsam könnt ihr nun viel aufrechter sitzen als alleine. Genießt diese gegenseitige Unterstützung. Nun hebt beide den rechten Arm zum Himmel. Und dreht euch dann gemeinsam zur rechten Seite. Dreht euch so weit, bis ihr mit eurer rechten Hand das linke Knie der Partnerin berühren könnt. Eure linke Hand könnt ihr danach gemütlich auf eurem rechten Knie ablegen. Lasst in der Übung den Rücken ganz aufrecht und die Schultern locker. Dreht euren Kopf ganz liebevoll und entspannt nach rechts. Nach 5 bis 10 Atmenzügen löst die Position auf dieser Seite und baut sie zur anderen Seite wieder auf.

Du kannst du Übung natürlich auch alleine ausführen. Dann lege die rechte Hand einfach knapp hinter deinem Gesäß auf den Boden.

Die Übung …

  • fördert die Flexibilität der Wirbelsäule.
  • massiert Rücken- und Bauchmuskeln.
  • entgiftet.
  • baut Stress ab.
  • stärkt die Nerven.
  • beruhigt und harmonisiert.
  • fördert Inneres Gleichgewicht.

 

PS: Wenn du Lust hast mit mir und anderen motivierten Menschen auf die Suche nach deinem Inneren Kind zu gehen, meld dich für eine der nächsten Ausbildungen bei mir an. Ich freu mich so darauf, mit dir mein Wissen zu teilen. Für die Herbstausbildung in Graz gibt es noch ein paar Plätze. Check it out!

Quellen:

https://www.tz.de/leben/gesundheit/stress-macht-dick-hormone-koerpergewicht-beeinflussen-3005073.html

http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-90931327.html

http://www.fitforfun.de/abnehmen/gesunde_ernaehrung/vorsicht-stress-zehn-anzeichen-fuer-cortisol-ueberschuss-191799.html

http://neurolab.eu/infos-wissen/wissen/hormone/cortisol/

http://www.stern.de/gesundheit/ratgeber-stress/funktioniert-nervennahrung–3819952.html

http://mymonk.de/stressbewaeltigung-ernaehrung-gegen-stress/

http://www.menshealth.de/artikel/anti-stress-lebensmittel.160900.html#gallery-2