Jedem Anfang liegt ein Zauber inne

… Aufstehen, Smartphone nehmen, derStandard-Startseite „Terroranschlag in …“, „Flüchtlingswelle“ „die Rechten werden stärker“, Herzrasen, Schweißausbrüche, Panikattacken. Der Tag ist gelaufen.

 

… Augen aufmachen, Kinder klettern schon über das Gesicht, „Mama, Mama, Mama“, aufstehen, Mama-Modus an, wickeln, Brote schmieren, Kinder anziehen, mit Marcel streiten, … Mich selbst am Morgen verpassen.

 

… Der Wecker klingelt, aus dem Zimmer schleichen, in die warme Decke eindrehen und aufs Meditationskissen setzen, 15 Minuten Stille genießen, in mir selbst ankommen.

Einen Tee kochen, mich in der schlafenden Wohnung ausbreiten, den Tee genießen, mich auf den Tag freuen.

Meine Familie am Morgen begrüßen und liebevoll in die Arme schließen. Ich bin bereit.

Lange Zeit war mir der Zusammenhang von einem bewusst gestaltetem Ankommen im Tag und dem restlichen Tagesverlauf nicht klar. Ich stolperte in den Tag, oder wurde von anderen in den Tag gestoßen und konnte nur noch reagieren. Ich fühlte mich nicht Frau der Lage, sondern als Statistin meines Lebens, die eine Todo-Liste nach der anderen abarbeitete. Ich war grantig auf meine Kinder, motzte an ihnen herum, war immer im Zeitdruck und unter Spannung. Kennst du das?

Die gute Nachricht ist: Veränderst du deinen Start in den Tag, verändert sich der ganze restliche Tagesverlauf. Aus meiner eigenen Erfahrung weiß ich, dass 10 Minuten am Morgen FÜR MICH genügen um bei mir zu landen. Meine Familie hat das mittlerweile eingesehen, dass das zu ihrer eigenen Sicherheit ist und gönnt mir diese Zeit. So kann ich nach diesen 10 Minuten in den Tag eintreten, bin geerdet, mit meiner Intuition verbunden und nehme die Bedürfnisse aller besser wahr.

Meine Morgen-Routine LIGHT

  • Aufstehen
  • 10 Minuten Meditation im Badezimmer (da kann ich hinter mir absperren)
  • Visualisierung des Tages: Wie soll mein Tag ablaufen?
  • Achtsames Duschen – Eincremen
  • Fertig

Meine Morgen-Routine EXTENDED

  • Aufstehen
  • 20 Minuten Meditation im Badezimmer
  • Schattenarbeit: Was hat mich in letzter Zeit beschäftigt. Welcher Mensch drückt mir die Knöpfe? Was kann ich dafür für mich erkennen? Welche Anteile in mir lasse ich in diesem Zusammenhang nicht zu?
  • Visualisierung des Tages: Wie soll mein Tag ablaufen?
  • Achtsames Duschen – Eincremen
  • Nackt durchs Badezimmer tanzen 😉
  • Willkommen Tag

 

Kindern geht es morgens gleich wie uns Großen. Sie öffnen die Augen und schon gehen die Anforderungen los:

Wie hast du geschlafen?

Was willst du denn frühstücken?

Heute bringt dich Papa in den Kindergarten.

Am Nachmittag fahren wir zu Oma.

Was willst du anziehen?

Komm, geh schon mal Zähneputzen!

An meinem Sohn konnte ich bemerken, dass er gar nicht fähig war zu kooperieren, wenn er nicht mindestens 20 Minuten Zeit hatte für sich zu sein. Er wollte meist in dieser Zeit allein in seinem Zimmer sein und mit seinen Duplo Auto spielen. Wenn er diese Zeit für sich haben konnte, war der restliche Morgen-Ablauf reibungslos. Hatten wir Großen aber schon Zeitdruck, war es ihm unmöglich zu kooperieren und oft wollte er an solchen Tagen gar nicht aus dem Haus.

Und jaaaa ich weiß, wie stressig und nervig es ist, wenn alle morgens aus dem Haus müssen, und eineR sich querstellt. Die gute Stimmung ist dann meist gelaufen. Hier kommen einige Tipps, die in meiner Familie gut funktionieren:

  • Kuscheln am Morgen macht glücklich und geborgen. Kinder sind eher bereit zu kooperieren, wenn sie sich geliebt fühlen.
  • Lasst den Kindern am Morgen Zeit für sich (zum spielen, träumen, in die Luft starren, …)
  • Eine Sand- oder Eieruhr hilft den Kindern die Zeit zu erfassen. „Wenn die Uhr klingelt komme ich und helfe dir beim Anziehen.“
  • Wenige Fragen und wenige Fakten-Infos, die nicht gewünscht sind. Keine Vorträge am Morgen, das mag niemand.
  • Sprechende Kleidungsstücke werden lieber angezogen.
  • Sprechende Zahnbürsten putzen auch gründlicher.
  • Mit Humor geht vieles leichter. Verstell deine Stimme. Singe, statt zu schimpfen.
  • Musik hilft der Stimmung.
  • Anstatt eines ganzen Kastens an Kleidungs-Angebot, gibt es nur 2 Kleidungsstücke zur Auswahl. „Willst du lieber das blaue oder das rote T-Shirt?“

 

Dankbarkeit kultivieren

Danke, liebe Füße, dass ihr mich jeden Tag von einem Ort zum anderen bringt.
Danke, liebe Beine, dass ich mit euch so schnell laufen kann.
Danke, lieber Popo, dass ich auf dir so toll sitzen kann.
Danke, lieber Bauch, dass in dir meine Organe so gut aufgehoben sind.
Danke lieber Rücken, dass du mich aufrichtest.
Danke lieber Brustkorb für deinen Schutz und deine Offenheit.
Danke, liebe Lungen für den frischen Sauerstoff in meinem Körper.
Danke, liebes Herz, dass du unermüdlich schlägst. – ohne, dass ich daran denke muss.
Danke liebe Arme, dass ihr mir bei all meinen Tätigkeiten so gut helft.
Danke lieber Kopf für all die guten Ideen.
Danke, danke, danke lieber Körper.
Ich hab dich lieb!

Wenn du Dankbarkeit aussendest, wirst du automatisch glücklicher und gelassener. Probier es mal aus. Du musst dafür nicht alles an dir oder anderen toll finden, um dankbar zu sein.

„Die Kinder schlafen. Danke dafür!“ – … ist wahrscheinlich ein leichter Start.

„Die Kinder streiten. Danke, dass sie sich so gut behaupten können!“ … ist vermutlich schon etwas schwieriger.

„Mein Bauch ist rund und weich. Danke, lieber Bauch, dass du das Zuhause meiner Kinder warst!“. Bekommst du den Punkt?

Wann immer wir bewusst dankbar sind dafür, was wir haben, entspannt sich unser System. Wir gieren nicht mehr irgendeinem Ideal hinterher, sondern sind im Frieden mit dem was wir haben.

Danke, fürs Lesen!

genügend Schlaf und Erholungsphasen

Es klingt wie eine Binsenweisheit und doch weiß ich, dass es schwer ist dieses gesunde Muster zu implementieren. 2 kleine Kinder, ein eigenes Business, eine Partnerschaft, Freunde, Hobbys eine neue Lieblings-Serie und andere Interessen. Unser Tag hat für all die spannenden Angebote einfach nicht genug Stunden. Und so passiert es oft, dass wir Abends zu lange wach bleiben, weil wir das Gefühl haben, ansonsten etwas zu versäumen. Vor allem, wenn die Kinder noch ganz klein sind, ist Schlafmangel vorprogrammiert. Und gerade mit diesem Wissen im Hintergrund ist es wichtig, sich immer wieder kleine Erholungs-Inseln am Tag zu schaffen, denn Schlafmangel erzeugt Stress. PUNKT!

Wenn ich mich so in meiner Umgebung umsehe, werden alle Menschen immer hysterischer und schneller. Die Smartphones lassen uns immer mehr in kürzerer Zeit leisten und alle Informationen sind zu jeder Zeit abrufbar. Das erzeugt einen immensen Leistungsdruck. Es gibt so viel, was noch gesehen werden will, so viele Blogs, die noch nicht gelesen wurden, so viele inspirierende Videos, die man noch nicht gesehen hat. Lange Zeit – und manchmal heute noch – macht mich dieses Angebot schier verrückt. Ich erkenne aber langsam für mich, dass mich eine große Leere und das Gefühl von Unzulänglichkeit antreibt. Und egal wie viel ich noch lesen und lernen würde, das Gefühl wäre immer noch da. Die Wahrheit ist: Du kannst nicht ALLES haben. Es wird immer etwas geben, das du versäumst, nicht weißt oder nicht kannst. So what!

Uuuund: Ein Binge-Watching-Abend mit meinem Liebsten und einer spannenden Serie ist manchmal den nächsten Tag im Halbschlaf einfach nur wert.

Zeitmanagement und Rituale

Ich bin eine kleine Chaotin und Freigeistin mit einem großen Bedürfnis nach Struktur. Das scheint jetzt wie ein Widerspruch für dich zu klingen. Vor meiner Mama-Zeit hatte ich in meiner Selbstständigkeit viel freie Kreativ-Zeit. Ich konnte in den Tag hinein-arbeiten und wurde nur gelegentlich aus meinem Schaffensprozess durch feststehende Termine gestört. Meine Routinen sahen so aus, dass ich all meine Projekte gleichzeitig startete und je nachdem, wo es mich mit meinen Gedanken hinzog, ich Dinge konzipierte und wieder verwarf. Nebenbei bimmelten noch Facebook-Nachrichten, E-Mails und Anrufe bei mir rein, sodass ich am Ende lange gesessen und wenig geschafft hatte.

Mit Kind/Kindern wurde mein chaotisches Zeitmanagement wirklich zur Belastung. Ich sah überall Arbeit, im Haushalt, an den Kindern, in meinem Email-Posteingang und konnte meinen Geist nicht fokussieren. Ich begann dort die Wäsche aufzuhängen, dann wurde ich von einer stinkenden Windel unterbrochen und kam danach zurück zum Chaos in der Küche um nach 2 Stunden festzustellen, dass der Wäschekorb voll und die Mägen leer sind.

Ehrlich gesagt, bin ich immer noch nicht bei meinem perfekten Zeitmanagement angekommen, aber es wird immer besser. Viele alte, geliebte und ineffiziente Gewohnheiten mussten neuen gesünderen und schlaueren weichen.

Meine Erkenntnisse daraus:

  • Multitasking funktioniert nicht und der Anspruch daran macht nur zerstreut und unglücklich.
  • Mache eine Sache nach der anderen. Mit so viel Achtsamkeit und Liebe wie möglich. Mache alles gerne, was sowieso gemacht werden muss.
  • Rituale und Routinen helfen meinen Tag zu strukturieren.
  • Suche dir Hilfe bei ExpertInnen.
  • Reduziere und gib Tätigkeiten ab (Putzen, Kinderbetreuung…)
  • Mach dir eine Plan und sei trotzdem flexibel.
  • Apps für Handy und Computer helfen am Ball zu bleiben. zB. FocusMe, AppBlocker …
  • Ein klarer Kopf leistet mehr: Die Zeit für Sport, Yoga und Meditation ist gut investiert. Spare daran nicht!

Kinder lieben Rituale – Eltern auch

Rituale sind so alt wie die Menschheit. Sie sparen Energie, da sich der Mensch auf einen gleichbleibenden Ablauf einstellen kann und geben dadurch auch Sicherheit. Rituale können den Tag, die Woche, das Monat und ein ganzes Jahr strukturieren und so zu etwas Magischem machen.

So können Kinder sich an kleinen Ritualen im Tagesablauf orientieren, die ansonsten zeitlos durch die Tage und Wochen treiben.

Einige Beispiele für Rituale:

  • Aufwach-Kuscheln mit der ganzen Familie
  • Mama verschwindet im Bad für ihre Mami-Zeit / Papa verschwindet im Bad für seine Papi-Zeit
  • Am Abend gibt’s noch eine Gute-Nacht-Geschichte und Einschlaf-Kuscheln
  • Samstag-Vormittag machen wir Familien-Disco.
  • Vor dem Abendessen spielen wir eine kurze Familienyoga-Session.
  • Am Tisch wird ein Tischspruch/Dankesspruch/Gebet aufgesagt. „Piep, piep, piep – guten Appetit!“
  • Das gemeinsame Abendessen stärkt die Verbindung und macht Spaß. Hier soll nicht erzogen werden. Alle können von ihrem Tag erzählen, müssen aber nicht.
  • Nach dem Kindergarten folgt eine ruhige Entspannungs-Zeit mit Hörbuch am Sofa.
  • Montags gibt’s Pizza und Freitags Topfenknödel zu Mittag.

Werden Rituale gut angenommen sparen sie viel Erklär-Arbeit. Jeder weiß, was auf ihn/sie zukommt und freut sich schon darauf.

Und nun wünsch ich dir viel Spaß mit deinen neuen Gewohnheiten. Schau gut auf dich und überfordere dich nicht. Denk immer daran: DU bist der wichtigste Mensch in deinem Leben!

Hier ist eine kleine Checkliste, für eine gesunde Zeiteinteilung pro Tag:

  • min 15 Minuten für deinen Spirit (zB. Meditation)
  • min 15 Minuten für deinen Geist (Lesen, etc.)
  • min 30 Minuten für deinen Körper (zB. Spazieren, laufen, Yoga, Radfahren, …)
  • min 30 Minuten für deine Kinder (wenn geht, für jedes einzeln)
  • min 15 Minuten für deinen Partner – bzw. 1 Abend die Woche nur ihr 2


(Eigentlich wollte ich in diesem Teil der Blogserie noch auf die Ernährung und ihr Folgen auf unsere Stresshormone, den Geist und die Emotionen eingehen. Während meiner Recherche merkte ich allerdings , welch riesiges Thema das alleine ist und dass es mehr Aufmerksamkeit benötigt. Somit kommt nächste Woche das Thema Ernährung ganz exklusiv und ausführlich.)

Link und Literatur-Tipps:

https://www.amazon.de/Wenn-eilig-hast-gehe-langsam/dp/3593376652

https://www.oekotopia-verlag.de/DE/kinder-lieben-rituale.html?gclid=CjwKCAjw3f3NBRBPEiwAiiHxGHelk5B6aZdcYw05d66IqsHKtnvtasBVNXpytq9iPgFERadFg4MRphoCuBkQAvD_BwE

https://geschaeftsmama.com/

Fotocredit: Pixabay